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 Osho Diskurs und Zen-Geschichten

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Falke
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Mo März 18, 2013 8:16 am

Versprechungen - der Klebstoff, der die Masse zusammenhält
Osho über die Strategien von Anführern (Politiker und Priester)

"Weder der religiöse Führer noch der Politiker sind an den Menschen interessiert, die sie vorgeben zu führen. Sie sind daran interessiert, Anführer zu sein - und natürlich kann der Anführer nicht ohne die Geführten sein, deshalb wird es zur Notwendigkeit, den Menschen Dinge zu versprechen.
Gleiche Strategien von Politikern und Priestern

Politiker versprechen ihnen Dinge von dieser Welt. Religiöse Anführer versprechen den Leuten Dinge aus der anderen Welt. Doch siehst du da irgendeinen Unterschied in dem was sie tun? Beide machen Versprechungen, damit du ihnen weiterhin nachfolgst. Du bekommst Angst, irgendwo verloren zu gehen, denn wenn du den Weg verlierst dann wird auch das Versprechen verloren sein.

Die Versprechen halten dich in der Menschenmenge. Und, Versprechen kosten überhaupt nichts. Du kannst alles mögliche versprechen.

Versprechen sind immer für morgen und morgen kommt niemals."

Osho, Zitat - Auszug aus From Darkness to Light, #5


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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Mo März 18, 2013 10:24 pm

Ich mag die Geschichten sehr. Herzlichen Dank.
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Falke
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Mo Apr 08, 2013 2:57 pm


Der Verstand und das Ego – Auszug von OSHO
Auf die Frage:

„Du redest immer gegen den Verstand. Du sagst, dass wir ihn loslassen sollen, dass
wir ihn zum Schweigen bringen sollen, dasser bei der Suche nach der Wahrheit imWeg sei. Wozu ist denn der Verstand überhaupt gut?
Ist er wirklich so tückisch undüberflüssig?“


antwortete Osho wie folgt:

Der Verstand ist eines der wichtigsten Dinge im Leben. Aber nur als Diener, nicht als Herr. Sobald der Verstand der Herr ist, beginnen die Probleme:

Dann verdrängt er dein Herz und verdrängt dein Sein. Dann ergreift er völlig Besitz
von dir. Statt deinen Befehlen zu gehorchen, fängt er an, dich herum zukommandieren.

Ich sage nicht, dass du den Verstand aus dem Weg räumen sollst. Er ist das höchstentwickelte Phänomen dieser Schöpfung.
Ich sage nur: »Gib Acht, dass nicht
der Diener zum Herrn wird!« Du musst dir eines merken: Dein Sein kommtan erster Stelle, dein Herz an zweiter,dein Verstand an dritter. So sollte
die ausgeglichene Persönlichkeit einesauthentischen Menschen aussehen. Verstand bedeutet Logik - ungeheuer nützlich,
und auf dem Marktplatz kannst du nicht ohne ihn existieren. Ich habe nie gesagt, du sollst deinen Verstand nicht auf
dem Marktplatz benutzen. Du musst ihn benutzen. Aber du musst ihn benutzen, und nicht er dich.

Das ist ein großer Unterschied. Der Verstand ist es, der uns die ganze Technik, die ganze Wissenschaft gebracht
hat. Aber weil der Verstand dir so viel gebrac ht hat, nimmt er jetzt in Anspruch, Herr
über dein Dasein zu sein. Darin liegt die Tücke: Er versperrt dir die Tür zu deinem Herzen. Das Herz hat keinen Gebrauchswert, es erfüllt keinen Zweck. Es ist wie eine
Rose.
Der Verstand liefert dir Brot, aber er liefert dir keine Freude. Er kann nicht erreichen,dass du Freude am Leben hast. Er ist schrecklich ernst; er kann nicht mal
ein Lachen tolerieren.
Doch ein Leben ohne Lachen ist menschenunwürdig. Es ist unmenschlich, denn in der ganzen Schöpfung ist nur
der Mensch zum Lachen fähig. Lachen ist ein Hinweis auf Bewusstsein, auf das höchste Entwicklungsstadium. Tiere können nicht lachen, Bäume können nicht lachen und all
jene Leute, die im Verstand gefangen sind – die Heiligen, die Wissenschaftler, all die so genannten großen Führer -, auch sie können nicht lachen. Sie sind zu ernst,
und Ernst ist eine Krankheit. Ernst ist der Krebs der Seele; er ist zerstörerisch, destruktiv.

Und weil der Verstand die Kontrolle übernommen hat, ist seine ganze Kreativität in den Dienst der Destruktivitätgetreten. Die Menschen sterben vor Hunger und der
Verstand häuft immer mehr Atomwaffen an. Menschen hungern und der Verstand will auf den Mond. Der Verstand kennt kein Mitgefühl. Für Mitgefühl, Liebe, Freude,
Lachen – dafür braucht man ein Herz, das von der Sklaverei des Verstandes befreit ist.
Das Herz hat den höheren Wert. Es bri ngt auf dem Marktplatz keinen Nutzen, denn der Marktplatz ist kein Tempel, der Marktplatz ist nicht der Sinn deines Lebens.
Der Marktplatz ist die niedrigste Stufe aller menschlichen Aktivitäten. Jesus hat Recht, wenn er sagt: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.« Aber der Verstand
kann nur Brot liefern. Mit ihm kannstdu überleben, aber überleben ist nicht leben.

Zum Leben braucht es mehr -Tanzen, Singen, Jubeln. Darum ist es mir wichtig, dassalles an seinem richtigen Platz steht.
Wenn es einen Konflikt zwischen Herz und
Verstand gibt, solltest du zuerst auf dasHerz hören. Wenn es einen Konflik zwischen Liebe und Logik gibt, sollte nicht die Logik entscheiden, sondern die Liebe.

Die Logik kann dir keine Lebendigkeit geben;sie ist trocken. Sie ist für erechnungengeeignet, für Mathematik, für Wissenschaft und Technik. Doch für menschliche
Beziehungen ist sie nicht geeignet, für das Wachstum deines inneren Potenzials ist sie nicht geeignet.

Über dem Herzen steht das Sein. So wie zum Verstand die Logik gehört und zum Herzen die Liebe, so gehört zum Seindie Meditation. Sein bedeutet
Selbsterkenntnis. Und wer sich selbst erkennt, erkennt den Sinn der ganzen Existenz.

Dein Sein zu erkennen bedeutet, Licht ins Dunkel deiner inneren Welt zu bringen. Und solange du nicht von innen her leuchtest, ist alles äußere Licht zwecklos.

Wenn im Inneren nur Dunkelheit ist, ein dunkler Abgrund der Unbewusstheit, dann
entspringen alle deine Handlungen dieser Dunkelheit, dieser Blindheit.

Wenn ich also gegen den Verstand rede, darfst du mich nicht missverstehen. Ich bin nicht gegen den Verstand und ich möchte nicht, dass du ihn aus dem Weg räumst.
Ich möchte, dass du zu einem Orchester wirst: Dieselben Instrumente machen einen Höllenlärm statt Musik, wenn man nicht weiß, wie man eine Symphonie hervor-
bringen kann, wie man eine Synthese hervorbringen kann und wie man alles an den richtigen Platz stellt.

Das Sein sollte das höchste Kriterium sein. Nichts geht über das Sein. Es ist dein Anteil am Göttlichen. Und es gibt dir etwas, das weder der Verstand noch das Herz
dir geben können: Es gibt dir Stille, es gibt dir Frieden, es gibt dir Gelassenheit. Es gibt dir Seligkeit und letztlich die Erfahrung der Unsterblichkeit. Durch die Erkenntnis
des Seins wird der Tod zu einer Fiktion und das Leben zu einem Flug in die Zeitlosigkeit. Einen Menschen, der sein innerstes Sein nicht kennt, kann man nicht wirklich lebendig nennen. Er gleicht eher
einer nützlichen Maschine, einem Roboter.

In der Ruhe suche nach deinem Sein, nach deiner Istheit, deiner Existenz.
Mit Hilfe von Liebe, mit Hilfe des Herzens teile deine Seligkeit mit anderen. Das ist der eigentliche Sinn der Liebe: deine Seligkeit zu teilen, deine Freude zuteilen, deinen Tanz zu teilen, deine Ekstase zu teilen.

Der Verstand hat seine Funktion auf dem Marktplatz, aber wenndu heimkommst, sollte er zu ratternaufhören. Genauso wie du deine Jacke ablegst, deinen Hut, deine Schuhe, solltestdu auch deinen Verstand ablegen und zu ihm sagen: »Jetzt sei still! Das hier ist nicht deine Welt.«

Das bedeutet aber nicht, gegen den Verstand zu sein. Es bedeutet vielmehr, dem Verstand eine Ruhepause zu gönnen. Daheim mit deiner Frau, mit deinem Ehemann, mit deinen Ki
ndern, mit deinen Eltern, mit deinen Freunden wird der Verstand nicht gebraucht. Dort brauchst du ein überfließendes Herz. Und wenn ein Haus nicht in Liebe überfließt, wird es nie zu einem Heim; dann
bleibt es nur ein Haus. Und wenn du in deinem Heim ein paar Augenblicke für Meditation finden kannst, für die Erfahrung deines Seins, dann erlebt dein Heim seine Krönung - es wird zu einem Tempel. Das gleiche Haus. . . für den Verstand ist es nur ein Haus.

Für das Herz wird es zu einem Heim. Für das Sein wird es zu einem Tempel. Das Haus bleibt das gleiche, aber du veränderst dich, deine Vision verändert sich, deine Dimension verändert sich, dein Verständnis und deine Art und Weise, die Dinge zu betrachten, verändern sich. Ein Haus, das nicht alle drei in sich vereinigt, ist armselig.

Und ein Mensch, der nicht alle drei in sich vereinigt, in tiefer Harmonie - der Verstand als Diener des Herzens, das Herz als Di ener des Seins und das Sein als Teil der Intelligenz, die die ganze Existenz durchdringt. . .

Man hat es Gott genannt. Ich nenne es lieber Göttlichkeit. Es gibt nichts Höheres als das.

Zitiert nach: Osho, Das Buch vom Ego, Von der Illusion zur Freiheit


Gruß Falke


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Jaston
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Mo Apr 08, 2013 6:24 pm

Krass, verdammt gut, vielen Dank.

Ja, sowas hab ich manchmal ähnlich - im Training - der Verstand will einfach nur schnell vorwärts kommen, da waren TE dabei, die fast schon brutal militärisch waren.
Ohne lachen und spaß.

Sind manchmal immer noch so, obwohl mir die lustigen TE eigentlich viel besser gefallen.

Wenn ich mir nur immer hier alles merken könnte!!!!

Naja, wieder ne Anregung fürs Training, danke sehr.

Birthday Jaston






Flüstert der Sturm zu Jaston: " du kannst nicht gegen den Sturm siegen!" Flüster ich zurück: "Ich, bin der Sturm!"
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Schattenglanz
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Mo Apr 08, 2013 10:49 pm

danke Falke für den Beitrag rose rose






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Falke
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Di Apr 09, 2013 7:37 am


Danke....
Ihr versteht wenigstens den Sinn und Inhalt der Aussagen.
Erlebe leider oft das Gegenteil....

Gruß Falke....


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Falke
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Mi Okt 23, 2013 8:00 pm

Ein weiterer für Euch:

Die Sehn­sucht nach dem Anderen


Fragen an Osho

Mir wird immer mehr bewusst, wie sehr ich auf den anderen fokus­siere, sei es ein Freund, ein Geliebter, ein Berg oder Musik – eines bleibt immer gleich: meine innere Sehn­sucht nach dem anderen. Denn ohne den anderen vermag ich mich nie­mals erfüllt, ver­söhnt zu fühlen. Wer ist dieser andere? Ist er imaginär?

Der andere ist eines der wich­tigsten Lebens­themen, die es zu lösen gilt. Mil­lionen von überaus intel­li­genten Men­schen sind nur des­wegen aus dem Leben geflüchtet, haben dem Leben ent­sagt, weil sie das Pro­blem des „anderen“ nicht lösen konnten – und ich spreche von den Giganten der Mensch­heit.

Noch im zwan­zigsten Jahr­hun­dert konnte ein Mann wie Jean Paul Sartre sagen: „Der andere ist die Hölle.“ Mit dieser Fest­stel­lung gesteht er sein Schei­tern ein: Erst hast du das Pro­blem nicht lösen können, dann beginnst du zu schimpfen „Der andere ist die Hölle!“ Aber wer bist du? – denn für andere bist du der andere. Erkenne zunächst die wirk­liche Situa­tion; denn jede funk­tio­nie­rende Lösung muss auf dem Boden der Wirk­lich­keit stehen. Der andere ist zum Pro­blem geworden – vor allem wird es umso pro­ble­ma­ti­scher, je intimer die Bezie­hung ist. Mann und Frau, die Kinder und die Eltern, die Schüler und die Lehrer … kurz: überall, wo zwei Flügel sind, bekämpfen sie sich, statt sich zu einem herr­li­chen Flug unter den Sternen auf­zu­schwingen.
Jeder hat ver­sagt, der es nicht ver­mocht hat, den anderen voll­ständig in sich selber auf­zu­lösen, oder anders gesagt, selber voll­ständig mit dem anderen zu ver­schmelzen. Wohl­ge­merkt voll­ständig, restlos, total … Ist dies nicht der Fall, dann werden die Men­schen tau­send­fach leiden, da sie mit so vielen anderen zusam­men­hängen. Und jeder „andere“ ist nur des­wegen ein Pro­blem, weil jeder alle anderen beherr­schen will.

Man hat uns zu Poli­ti­kern erzogen. Man hat uns mit ehr­gei­zigen Zielen und Wün­schen voll­ge­stopft – zu besitzen, mächtig zu werden, so viel Geld zu haben wie man möchte oder gern hätte. Das sind die Pro­bleme – nicht der „andere“; der wird nur des­wegen zum Spiegel eurer Pro­bleme, weil er euch so ver­traut ist und nahe­steht.

Der Ehe­mann, wenn er ein Mensch ist, sollte sich nicht mehr „Ehe­mann“ nennen. Eine Ehe­frau, wenn sie ein Ein­sehen hat, sollte sich nicht mehr „Ehe­frau“ nennen. Bei allem, was über Freund­schaft hin­aus­geht, landet ihr zwangs­läufig im Graben; alles, was über Freund­schaft hin­aus­geht, wird zur Skla­verei. Dann bekämpft ihr ein­ander mit Klauen und Zähnen, offen oder ver­deckt, nur mit dem einen Ziel, den anderen zur Nummer zwei zu machen. Was gar nicht mög­lich ist. Wäre es mög­lich, hätten die Leute das Pro­blem längst gelöst – auch wenn ihnen die Lösung keinen Segen beschert hätte. Der stän­dige Kampf um das Monopol wäre beendet – auch wenn der Waf­fen­still­stand euch nicht glück­lich, son­dern scheintot, traurig gemacht hätte. Vorher hattet ihr zumin­dest Aus­reden für euren Kampf; jetzt ent­fallen selbst diese.

Schon das Wort hus­band (engl. Ehe­mann) ist absto­ßend; es bedeutet „Bewirt­schafter“. Das Wort impli­ziert, dass der Mann der Bauer ist und die Frau die Erde, die er besamt, auf dass die Frau Früchte trägt. Der Mann sah sich als den mythi­schen Land­mann, der alles her­vor­bringt; auf diese Weise hat er die Frau – die die eigent­liche Schöp­fer­kraft ist – in eine so nied­rige, fast unmensch­liche Stel­lung hin­ein­ge­zwungen, dass es gera­dezu wehtut.

In vielen Län­dern wurde der Frau das Wahl­recht vor­ent­halten. In vielen Län­dern wird bestritten, dass die Frau eine Seele hat; sie darf nur die Die­nerin der Natur sein. In fast allen Län­dern darf die Frau bestimmte Tempel, bestimmte hei­lige Orte nicht betreten, da sie unheilig ist.

Über Jahr­tau­sende hin ist die Frau unun­ter­bro­chen ver­krüp­pelt, zer­drückt, aus­ge­beutet worden – nahezu umge­bracht. Und trotzdem ist sie nach wie vor das Rück­grat der Mensch­heit. Ohne sie gibt es keine Mensch­heit. Ohne den Mann könnte die Mensch­heit weiter exis­tieren, da die bio­lo­gi­sche Rolle des Mannes uner­heb­lich ist. Eine ärzt­liche Injek­tion tut es auch. Und die erle­digt das hygie­ni­scher, als ihr es je könntet.

Auf­grund dieser Situa­tion seit Jahr­tau­senden hat sich im Unbe­wussten der Frau eine enorme Empö­rung ange­sam­melt. Diese Empö­rung macht sich in Klei­nig­keiten Luft – in Nör­gelei und Streit. Die Anlässe sind prak­tisch zwar uner­heb­lich, aber so können sich die Leute ständig in den Haaren liegen. Jeder Vor­wand zu einem Streit ist ihnen recht, im Grunde spielt er gar keine Rolle. Das ist ein schmerz­li­cher Zustand: Solange die halbe Mensch­heit nicht mal als Mensch aner­kannt wird, kann auch der Rest nicht frei sein.

Jun­naid, ein Sufi Mys­tiker, wollte eben mit seinen Schü­lern zur Moschee auf­bre­chen. Auf der Land­straße sahen sie einen Mann, der seine Kuh zum Wei­ter­gehen antrieb. Offenbar wusste der Mann nicht, wie er das anstellen sollte. Er gab sich alle Mühe, zerrte die Kuh kräftig am Seil, aber die Kuh war stärker und zog ihn zurück. Kaum hatte er sie irgendwie einen Fuß vor­wärts gezogen, zog sie ihn zwei Fuß zurück.
Jun­naid und seine Schüler blieben wie ange­wur­zelt stehen … denn das war Jun­naids Methode – er nutzte kon­krete Lebens­si­tua­tionen für die Lehre. Er sagte: „Dieser Mann hat der Kuh nichts angetan. Er will sie heim­bringen, wo ihr Fressen, ihr Obdach bereit steht, wo es für sie viel gemüt­li­cher, wärmer ist. Aber warum ist die Kuh so bockig? Warum fühlt sie sich so ver­är­gert, irri­tiert, gede­mü­tigt? Statt ihm nach Hause zu folgen, kämpft sie lieber!„

Diese Worte waren zwar an Jun­naids Schüler gerichtet, doch auch der Diener mit der Kuh hörte zu. Jun­naid fuhr fort: „Es gibt eine Kunst, ohne die selbst eine so geringe Auf­gabe wie diese nicht aus­kommt. Dieser Mann hat zwar die besten Absichten, aber keine Ahnung, wie ein Mensch oder Tier funk­tio­niert. Er pro­vo­ziert eine Reak­tion. Er legt sich mit der Kuh an.„
Zu dem Mann sagte er: „So geht das nicht. Du bist neu,trete zur Seite und ich will dir zeigen, wie man so was macht.„
Und er ging ins Haus zurück, holte ein Büschel grünes Gras raus und ging vor der Kuh her – ohne auch nur einen Strick um den Hals der Kuh zu legen. Er lief ein­fach nur weiter. Mal ver­lang­samte er seine Schritte, und sobald ihm die Kuh zu nahe kam, ging er wieder schneller, fing fast an zu rennen – die Kuh hin­terher.

Als er zurückkam, sagte er: „Jedem Men­schen ergeht es genauso. Die Gesell­schaft hat ihm so viele Reak­tionen ein­ge­schärft, dass er ständig Dinge tut, die ihm schaden, und oben­drein macht er sie auch noch falsch.„
Wen man hei­ratet, sollten weder die Eltern bestimmen noch der Stand der Sterne bei eurer Geburt, noch der Ver­lauf eurer Hand­li­nien … und auf der Stirn steht euch auch nichts geschrieben! Ihr kommt als ein unbe­schrie­benes Blatt zur Welt, unvor­be­lastet, lern­be­reit. Ihr bringt Selbst­ach­tung mit. Wird eure Selbst­ach­tung zer­stört, ist eure ganze Freude hin – am Lernen wie am Leben und an der Liebe.

Die Frauen haben alle Lebens­freude ver­loren, und der Mann ist dafür ver­ant­wort­lich. Und er hat bereits büßen müssen, denn wenn die Frau unglück­lich ist und leidet, kann kein Mann selig sein – das ist aus­ge­schlossen.
Die Frau ist im ganzen Hause zu spüren; sie ist das Zuhause. Ohne sie wäre es gar kein Zuhause, bliebe es nur ein Haus. Erst die Frau mit ihrem Gesang und Tanz und ihrer Liebe macht aus dem Haus ein Zuhause. Aus etwas Mate­ri­ellem wird etwas Roman­ti­sches, etwas Poe­ti­sches, etwas Spi­ri­tu­elles. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, wird daraus eine Kaaba, ein Mekka, ein Hei­liges Land.

Doch die Dinge beginnen schief­zu­laufen. Viel­leicht geht ja alles von vorn­herein schief. Schon wenn ihr euch ken­nen­lernt, bist du ver­kehrt, ist die Frau ver­kehrt – man hat euch alle beide voll­ge­stopft mit Aber­glauben und Unsinn. Beide seid ihr in einer Familie, in einer Gesell­schaft, in einer Men­schen­menge am Rande des Wahn­sinns auf­ge­wachsen. Also gewöhnt man sich dann natür­lich an sein Leben und seine Hölle. Man wird duldsam, geduldig. Man gibt jeg­liche Hoff­nung auf ein schönes Leben auf, schlägt sich alle Uto­pien aus dem Kopf, akzep­tiert diese Wüste von einem Leben ohne eine ein­zige Blume darin, ohne einen ein­zigen Vogel darin, ohne jeg­li­ches Grün darin.

Aber der Mensch kann sich jeder Situa­tion anpassen – das ist das Tolle am Men­schen. Er hat nur einen Rivalen – und zwar die Kaker­lake. Die hat die­selbe Fähig­keit, überall, in jeder Situa­tion zu über­leben. Ob ihr das ver­steht oder nicht ver­steht, ihr seid mit­ein­ander ver­wandt. Denn überall, wo der Mensch hin­kommt, taucht auch die Kaker­lake auf. Und wo immer man auf eine Kaker­lake trifft, ist auch der Mensch nicht weit. Diese Lebens­part­ner­schaft exis­tiert schon seit Jahr­mil­lionen, und die Wis­sen­schaftler behaupten, sie werde bis in alle Ewig­keit weiter bestehen – dafür sind sie sich in ihrem Wesen ein­fach zu ähn­lich. Ich weiß nicht viel über Kaker­laken, aber mit Men­schen kenne ich mich sehr wohl aus, und ich bin eben­falls der Mei­nung, dass sie vieles mit­ein­ander gemein haben. Ich sage das vom Stand­punkt des Men­schen. Wer sich mit Kaker­laken aus­kennt, mag das von deren Stand­punkt bestä­tigen.

Ein Mann wächst mit Träumen. Er hat Visionen von seiner Zukunft, seinem Leben, von der Art, wie er leben möchte. Aber sobald er eine Frau gefunden hat … die Frau hat eben­falls ihre eigenen Träume, ihre eigenen Hoff­nungen. Das erste Pro­blem ist das Auf­ein­an­der­prallen ihrer Träume und Hoff­nungen; sie unter­scheiden sich. Wie könnten sie auch ver­einbar sein, es sind zwei unter­schied­liche Indi­vi­duen.

Doch damit Frieden herrscht, gibt es nur zwei Mög­lich­keiten: Ent­weder wird einer von beiden so domi­nant, so bedroh­lich, dass sich der andere aus Angst ver­sklaven lässt … so ist es den Frauen ergangen. Oder aber beide erkennen die Lage und ver­än­dern sie von Grund auf.

Unser Leben ist zu wert­voll, um es zu ver­geuden. Und wer sein Leben ver­stehen will, samt all den Pro­blemen mit dem anderen, der wird es zum Schreien finden: All eure Pro­bleme sind so winzig klein, dass nur für sie kämpfen kann, wer blöd im Kopf ist.
Wenn der Mann das Recht hat, sich seine Träume zu erfüllen, hat auch die Frau das Recht, sich ihre Träume zu erfüllen. Und wenn ihr zusammen sein wollt, ist es jetzt eine Art hei­lige Pflicht, darauf zu achten, nicht auf den Träumen des anderen her­um­zu­tram­peln.

Nichts tut so weh wie ein zer­tram­pelter Traum, eine gestor­bene Hoff­nung, eine ver­düs­terte Zukunft … wenn dir all die groß­ar­tigen Vor­stel­lungen, die du dir vom Leben gemacht hast, unmög­lich vor­kommen, nur weil dir diese Frau oder dieser Mann die Stim­mung ver­miest und deinen Frieden und deine Stille kaputt macht. Und wenn all das kaputt geht, kann man nicht kreativ sein, kann man nur destruktiv sein, kann man nur gewalt­tätig sein.

Das Leben birgt unge­heure Schätze, die den Leuten unbe­kannt bleiben, weil sie keine Zeit haben. Ihre ganze Zeit geht damit drauf, aus irgend­einem Grund mit irgendwem zu kämpfen – dem anderen. Im anderen steckt die ganze Welt. Und das Schlimmste dabei ist, dass du, wenn du mit dem anderen kämpfst, dich über kurz oder lang selber ver­gisst. Du siehst nur noch den anderen, und wer nur noch den anderen sieht, ist ver­loren. Wann willst du dich dann deiner selbst annehmen? Wann willst du deinen unge­heuren Lebens­schatz heben? Wann willst du auf­bre­chen, um nach Schön­heit und Wahr­heit und Poesie und Kunst zu suchen? Dir wird all das ent­gehen über deinem Gerangel mit einer Frau oder einem Mann! Seid ihr zusammen, um zu streiten? Viel­leicht … denn es fällt sehr schwer, allein zu sein ohne jemanden, mit dem man sich streiten kann.



Der voll­stän­dige Text kann in der Prin­t­aus­gabe gelesen werden.

Gruß Falke...






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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Mi Okt 23, 2013 8:54 pm

vererhrung 
Sehr schön, das werden dir hier alle Frauen warhscheinlich bestätigen.

Hoffentlich werden sie vom langen Text agbeschreckt ;-)






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Falke
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Do Okt 24, 2013 5:34 pm

Hi, Jaston....

Ja, ich weis, der Post ist etwas lang geworden.
Aber manchmal ist es auch gut, etwas ausführlicher über ein Thema zu schreiben.
Das ist halt was zum langsam lesen, und zum nachdenken.

Manchmal kann man auch schmunzeln, weil wir so einiges auch von uns selbst kennen.

Gruß
Falke






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Jaston
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Do Okt 24, 2013 10:35 pm

Ja, und auch einiges über uns selbst lernen ;-)






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Falke
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Mi Dez 24, 2014 12:18 pm

Osho-Diskurs
Reich zu leben ist etwas Innerliches

Fragen an Osho

Was ist die Quelle deines unun­ter­bro­chen spru­delnden Gebens?

Die Quelle ist immer die­selbe. Wir sind genau wie die Strahlen der Sonne. Die Quelle der Exis­tenz ist das, was wir „Gott“ nennen; wir täten besser daran, von der „eigent­li­chen Quelle“ zu spre­chen. Daraus kommt alles, und dorthin kehrt alles zurück.

Fängt der Mensch jedoch an zu glauben, von der Quelle abge­schnitten zu sein, wird er zwangs­läufig geizig werden. Da er nicht weiß, dass er Teil der Quelle ist, wird er ganz klein und hat Angst, zu geben. Dann sagt ihm sein Ein­mal­eins: Wenn du gibst, wirst du weniger haben; je mehr du gibst, desto früher bist du ein Bettler.

Wir sind des­wegen geizig, weil wir unsere uner­schöpf­liche Quelle nicht mehr kennen. Und wer geizt ist kreu­z­un­glück­lich; wer näm­lich nichts geben kann, der kann auch nichts emp­fangen. Wer nichts geben kann, der ver­schließt sich – er hat Angst zu geben. Über­vor­sichtig hält er Fenster und Türen ver­schlossen, ver­ram­melt, damit ja nichts abhanden kommt. Aber durch genau diese Öff­nungen kommt auch alles herein! Wenn du deine Türen ver­schließt, dringt kein Son­nen­strahl mehr zu dir durch, errei­chen dein Sein kein Wind­hauch und kein Duft mehr, siehst du die Sterne und die Blumen nicht mehr. Der Gei­zige ist zwangs­läufig tod­un­glück­lich – er ist abge­schnitten. Er lebt, als wäre er ein Baum ohne Wur­zeln, bodenlos, ent­wur­zelt. Sein Leben ist nichts als ein lang­sames Sterben; er hat keine Ahnung vom Leben im Über­fluss.

Jesus sagt zu seinen Jün­gern: „Kommt und folgt mir, und ich werde euch Leben im Über­fluss geben.“ Was meint er mit „Leben im Über­fluss“? Er meint damit nur, dass du im selben Moment, da du dein Ego her­gibst, da du es schaffst, deine Vor­stel­lung auf­zu­geben getrennt von der Exis­tenz zu sein … dass du noch im selben Moment offen wirst, offen zu geben und zu emp­fangen. Und damit geschieht ein unglaub­li­ches Wunder: Je mehr du gibst, desto mehr bekommst du; je mehr du gibst, desto mehr wirst du würdig zu emp­fangen.

Es ist wie ein Brunnen. Man kann den Brunnen ver­schließen, man kann ihn aus Angst zude­cken – viel­leicht regnet es ja im nächsten Jahr nicht genug. Also ist es besser, rat­samer, das Wasser in deinem Brunnen zu spei­chern und deine Nach­barn und alle anderen daran zu hin­dern, aus deinem Brunnen Wasser zu holen oder zu trinken. Du kannst ihn gut ver­schlossen halten. Aber wenn du dann Wasser brauchst, wirst du dein blaues Wunder erleben: Das Brun­nen­wasser wird untrinkbar geworden sein, es wird bra­ckig geworden sein. Und oben­drein werden seine Quellen ver­siegt sein.

Solange du Wasser aus dem Brunnen holst, werden die Quellen ihn weiter speisen. Je mehr Wasser du raus­holst, desto größer die Quellen, die ständig offener werden. Dein Brunnen ist nur ein Fens­ter­chen im Ozean, ein weit abge­le­genes Fenster, das mit dem Ozean ver­bunden ist. Wenn du den Brunnen aus­leerst, wenn du ihn fort­wäh­rend aus­schöpfst, dann schießt das Wasser von allen Seiten herbei, um ihn auf­zu­füllen. Der Natur wider­strebt das Vakuum – ob auf der phy­si­schen, spi­ri­tu­ellen oder egal wel­cher Dimen­sion oder Ebene.
Mach dich leer, und du wirst über­rascht sein: Je leerer du bist, desto voller wirst du sein. Somit hast du, indem du gibst, nicht etwa weniger; wer gibt, bekommt mehr. Indem du gibst, wirst du nicht zum Bettler; indem du gibst, wirst du zum Kaiser.

Einst besuchte Gautam der Buddha auch Vais­hali, eine der großen, herr­li­chen Haupt­städte seiner Zeit. Der König von Vais­hali war sehr ego­is­tisch: Er war nicht bereit, Buddha zum Emp­fang in seiner Haupt­stadt ent­ge­gen­zu­gehen.
Sein Groß­wesir war so alt wie sein Vater. Er hatte dem König von Kin­des­beinen an die Geschäfte geführt, seit der nach dem Tod seines Vaters auf dessen Thron gefolgt war. Er war fast wie ein Vater für ihn, und der König hatte große Hoch­ach­tung für den alten Mann. Dieser aber sagte: „Wenn du dich wei­gerst, Buddha in Emp­fang zu nehmen, dann reiche ich meinen Abschied ein.„
Der König war ver­wun­dert, er konnte es nicht glauben. Warum so viel Wind? Er fragte: „Wieso sollte ein König einen Bettler per­sön­lich emp­fangen?„

Da lachte der Alte und er sagte: „Es ist genau umge­kehrt! Du bist der Bettler und er ist der König, und der Bettler muss hin­gehen und den König emp­fangen. Er ist der König, weil er immer nur gibt; er ist der König, weil er nicht auf­hört zu geben. Je mehr er ver­schenkt hat, desto mehr hat er. Ent­weder du begreifst das oder ich geh auf der Stelle; denn ich kann keinem Narren dienen!„

Der König begriff den sprin­genden Punkt. Er ging hin, und indem er Buddha zu Füßen fiel, sagte er: „Ver­zeih mir, vergib mir! Ich hatte immer gedacht, dass du nur ein Bettler wärst; jetzt erkenne ich, dass ich ein Bettler bin, weil ich mich ständig an all das belang­lose Zeug klam­mere, das ich besitze. Dadurch, dass du dich an nichts mehr klam­merst, tust du deine wahre Macht, deine Meis­ter­schaft kund.„
Wer klam­mert, der verrät damit, dass er im Grunde kein Herr ist, son­dern ein Sklave.
Der König bat Buddha: „Segne mich, auf dass auch ich irgend­wann zu einem sol­chen Kaiser werden kann wie du.“

Ich habe euch ein wun­der­schönes Gedicht von Robert Graves mit­ge­bracht… Die Dichter kommen der Wahr­heit weit näher als die Phi­lo­so­phen, die Theo­logen, die Priester, die Gelehrten, kurz, als alle soge­nannten Gebil­deten. Die Dichter sind ein wenig ver­rückt; darum können sie ein paar Blicke auf das Jen­seits werfen. Sie sind nicht logisch. Des­wegen ver­stehen sie auch Dinge, die größer sind als die Logik. Theo­logen, Phi­lo­so­phen und Gelehrte sind ein­fach nur Narren, die ihre Dumm­heit ver­ste­cken. Und wegen dieser soge­nannten Gebil­deten ist die Welt so ärm­lich geworden – phy­sisch, spi­ri­tuell, in jeg­li­cher Weise.

Erst ges­tern las ich eine Nach­richt aus Pakistan. Ihr zufolge ver­bieten die nam­haften Mora­listen in Pakistan heute ihren Stu­denten, in ihren schrift­li­chen Pflicht­ar­beiten, ob Prosa oder Poesie, das Wort ishq zu benutzen – wel­ches Liebe bedeutet.
Ishq ist ein viel bedeut­sa­meres Wort als Liebe. Liebe ist nur der eine Aspekt von ishq, im Sinne von „welt­liche Liebe“. Ishq ist dop­pel­deutig und steht einer­seits für die natür­liche Liebe zwi­schen Mann und Frau, steht aber auch für die über­na­tür­liche Liebe zwi­schen dem Men­schen und der Exis­tenz.

Schon dass die Uni­ver­si­täten das Wort, das unschul­dige Wört­chen ishq aus allen vor­ge­schrie­benen Kursen zu Prosa und Poesie ver­bannen, ist eine unfass­bare Dumm­heit. Und dies sind die groß­ar­tigen Gelehrten der Moral.
Ich war ver­wun­dert, denn wenn du das Wort ishq ver­bannst, dann wird in der Sprache, die in Pakistan gespro­chen wird – Urdu ist dort die offi­zi­elle Sprache –, nichts mehr übrig bleiben, denn die gesamte Dich­tung und Prosa in Urdu gründet auf dem Wort ishq. All die großen Dichter, von Mir und Ghalib hin zu Iqbal, werden damit ver­bannt. Tat­säch­lich bringt keine andere Sprache der Welt solch schöne Dich­tung hervor wie Urdu. Urdu ist unge­mein aus­drucks­stark. Mit zwei kurzen Sätzen sagt sie mehr, als andere Spra­chen mit einer ganzen Seite zu sagen ver­mögen. Sie ist sehr bil­der­reich und voller Liebe.

Wer das Wort Liebe ver­bannt, der ver­bietet damit alle großen Dichter und Mys­tiker; er wird alle Sufis ver­bannen müssen – die ja über nichts anderes reden als Liebe. Und sie ver­bieten damit ja nicht nur alle Lie­bes­lyrik und –prosa, son­dern selbst das Wort ishq, Liebe soll aus­ra­diert werden – nicht einmal das Wort darf erwähnt werden!

Dies sind die­selben Idioten, die seit Urzeiten die Mensch­heit beherrscht haben. Am liebsten möchten sie die bloße Mög­lich­keit von Liebe mit Stumpf und Stiel aus­rotten. Darin steckt zwar eine gewisse Logik, schließ­lich hat sich die ganze Mensch­heit seit jeher so wahn­sinnig benommen: Sie hat immer nur Kriegs­vor­be­rei­tungen getroffen. Die Geschichte besteht aus abwech­selnden Phasen: Mal kämpfen die Leute, dann herrscht Krieg, das ist die Phase des heißen Krieges; oder sie rüsten zu einem Krieg, der früher oder später aus­bre­chen wird. Nennt das mei­net­wegen „Frie­dens­zeit“, auch wenn sie über­haupt nichts mit Frieden zu tun hat, son­dern nur die Lücke zwi­schen zwei Kriegen ist. Die braucht man, denn wie soll man denn unvor­be­reitet kämpfen? Das ist die Phase des kalten Krieges.

Die ganze Mensch­heits­ge­schichte hat sich bisher immer auf zwei Phasen ver­teilt: mal heißer Krieg, mal kalter Krieg. Und weil der Mensch bisher nur unun­ter­bro­chen gekämpft und gemet­zelt hat, haben die Rosen der Liebe kei­nerlei Chance zu wachsen. Wir müssen Fabriken für den Krieg bauen, wir müssen Sol­daten her­an­ziehen, keine Lie­benden.
Meine San­nyasins sind Lie­bende, keine Sol­daten.
Sie kün­digen einen Neu­be­ginn an.
Für mich bedeutet Liebe das­selbe wie Gott.
Die fol­genden Worte von Graves sind äußerst bedeutsam:

Die, die es wagen, nichts zu geben,
Werden am Ende weniger haben als nichts …

Sie scheinen etwas ver­rückt zu sein, denn sie sind unlo­gisch, sie sind unma­the­ma­tisch – und doch stimmt es absolut. Sie gehen über die nor­male Öko­nomie und ihre Gesetze hinaus, sie ver­weisen auf eine Meta-Ökonomie.



Der voll­stän­dige Text kann in der Prin­t­aus­gabe gelesen werden.

Ich wünsche Euch frohe Weihnachten und lasst Euch reich beschenken!....

L.G. Falke.....






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Johannes
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Sa Feb 21, 2015 6:58 pm

Herzlichen Dank Wüstenfalke, für das übermäßige zitieren von Osho !

mit vorzüglichen Grüßen Johannes






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Jaston
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Sa Feb 21, 2015 11:58 pm

Oh Johannes als Tierkenner? Aber ich glaube du irrst, vom bild her ist unser Falke kein Wüstenfalke ;-)






Flüstert der Sturm zu Jaston: " du kannst nicht gegen den Sturm siegen!" Flüster ich zurück: "Ich, bin der Sturm!"
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Johannes
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   So Feb 22, 2015 11:48 am

Werter Jaston,

aber einen dämonischen Blick hat er schon, das müßt
Ihr selbst zugeben !

eifrig das Weihwasser suchend Johannes






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Lilith
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   So Feb 22, 2015 2:22 pm

Nicht so schnell, lieber Johannes! Ich beschütze alle anderen (Halb)Dämonen - wir müssen schließlich zusammenhalten Twisted Evil







"Alone is what I have. Alone protects me." (BBC Sherlock)
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Falke
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BeitragThema: Re: Osho Diskurs und Zen-Geschichten   Mo Feb 23, 2015 10:00 am

Code:
Werter Jaston,
aber einen dämonischen Blick hat er schon, das müßt
Ihr selbst zugeben !

eifrig das Weihwasser suchend Johannes

Werter Johannes...
Lass das besser mit dem Weihwasser. Trinke besser einen Schnaps. Der gibt Dir wieder Mut, Deine Angst vor dem Falken zu besiegen...

Ich kann das nicht verstehen, wo der Herr überall Dämonen sieht?.
Genau so, wie die Schönheit im Auge des Betrachters liegt (So sagt der Volksmund), genauso muss es auch mit den angeblichen Dämonen sein!...

Der Falke ist ein Geschöpf der Schöpfung. Erschaffen nach Sinn und Plan. Er hat in der Existenz seinen Platz und seinen Auftrag.

Daher, lieber Herr Johannes, schau doch mal in den Spiegel, was siehst Du da???....

Mit vorzüglichen Grüßen
Falke, mit dem göttlichen Auge...






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