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 Beitragsfreie Kitaplätze

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Emma1895
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BeitragThema: Beitragsfreie Kitaplätze   Mo Nov 19, 2018 6:55 pm

Ich habe heute zum zweiten Mal per Email die Bitte bekommen, diese Petition zu unterschreiben: https://www.change.org/p/beitragsfreie-kita-pl%C3%A4tze-f%C3%BCr-ganz-deutschland-beitragsfreiekita

Die erste Email habe ich ignoriert. Die Zweite hat mich genervt.
Warum? Weil die Argumentation nicht logisch-rational ist, weil das Thema nur von einer Seite beleuchtet wird und weil es um ein Thema geht, das viele Konsequenzen nach sich ziehen würde, die in dem Text gar nicht genannt werden.

Kinder kosten Geld, aber das sollte man idealerweise wissen, bevor man welche bekommt. Idealerweise rechnet man auch mal grob durch, ob das Einkommen für eventuelle Kinder reicht. Da die Verfasserin zwei Kinder mit unterschiedlichem Alter hat, gehe ich davon aus, dass mindestens das zweite Kind geplant war.
Also wieso noch ein zweites Kind bekommen, wenn man schon beim Ersten sieht, wie hoch die Kitabeiträge sind?

Wofür werden die Kitabeiträge überhaupt gezahlt? Richtig, zum Teil, um den Menschen ein Einkommen zu garantieren, die auf die fremden Kinder aufpassen. Ich rede bewusst von aufpassen, denn in dem Alter, in dem viele Eltern ihre Kinder schon abgeben, kann von "Bildung" noch keine Rede sein.
Und wieso die ganzen Beschwerden über die hohen Beiträge? Sehe ich das falsch, oder kann ich einfach ein Kind in die Welt setzen, das ich mir eigentlich gar nicht leisten kann, und erwarten, dass andere kostenlos auf dieses Kind aufpassen? Werden Erzieher*innen neuerdings von der Gesellschaft ausgeschlossen, wenn es um "soziale Gerechtigkeit" geht?

"Die 'Grundversorgung' sollte jedem Elternteil kostenlos zustehen." Ja und nein. Ich finde, es sollte jedem Kind selbstverständlich zustehen, dass es nicht schon mit zwei Jahren in fremde Hände gegeben wird. Wieso geht der Trend immer mehr dahin, dass Eltern eigentlich gar keine Eltern sein wollen? Wer sein Kind liebt, kann froh sein, jede freie Minute mit ihm zu verbringen. confused

Außerdem sollten Kinder auch Kinder sein dürfen. Ich finde es eher traurig, dass die "Bildung" schon so früh angesetzt wird. Was im 19./20. Jahrhundert als gute Idee begonnen hat - die Einführung der Schulpflicht, um Kinder vor der Knochenarbeit in den Fabriken zu retten - wird jetzt genau in die andere Richtung übertrieben.

In den Kommentaren stehen häufiger Slogans wie "Kinder sind unsere Zukunft". Ich denke ja eher, dass eine von Atombomben zerstörte und politisch aus den Fugen geratene Welt unsere absehbare Zukunft sein wird, aber jedem das seine.






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Fraggels
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BeitragThema: Re: Beitragsfreie Kitaplätze   Di Nov 20, 2018 11:33 am

Hmm ja ich sehe einige Punkte ein bißchen anders, ein bißchen sozialkritischer.

Punkt 1 das finanzielle
So wie du argumentierst würde es heißen, daß sich entweder nur die fortpflanzen "dürfen", die so reich sind daß sie locker 500€/Kind -ich hab schon von 700€ für einen Kita-Platz gehört. Das sind bei 2 Kindern 1000€ pro Monat! Oder Menschen die Harzt4 beziehen, also bettelarm sind, weil die eh gar nichts bezahlen. Die Mittelschicht "dürfte" demnach keine Kinder bekommen, denn bei den heutigen Mieten reicht das Geld nicht, um als Alleinverdiener eine Familie zu ernähren. Und dann die Alleinerziehenden - bei den Kitapreisen KEINE Chance nebenher zu arbeiten. Hartz 4. Also bitte - sollen sich wirklich nur die ganz reichen fortpflanzen, oder die, denen ist völlig egal ist ob sie bettelarm werden oder nicht?
Kinder sind die Zukunft! Klar kann man ganz stumpf sagen es ist wie es ist, bekommt keine Kinder mehr weil die Kitas zu teuer sind - bzw du einfach in der falschen Kommune wohnst - verkauf doch dein haus und zieh um haha - aber man muß das auch nicht so hinnehmen. Kinder sind die Zukunft muß ich nicht ausführen oder?

2.
Kita unter 3
Dir ist bewußt, daß es nur 1 Jahr Elterngeld gibt, danach gibt es nichts - nichts wie nichts, muß ja auch nciht sein, aber wenn man es sich nunmal nicht leisten kann weil der Alleinverdiener nicht genug verdient, muß das Kind ab 1 Jahr zur Tagesmutter oder in die Krippe. Ich glaube KEIN Elternteil gibt sein Kind unter 3 gerne ab.
Es ist für das Kind nämlich schlimm: so ein Krippentag ist für das Kind so anstrengend wie für einen Erwachsenen ein Arbeitstag. Und es ist doch noch ein Kleinkind, so viel Stress, sich nicht richtig ausdrücken können, die Gefahr schlechte Erzieher zu erwischen. NIEMAND will sein Kind da hin geben. Aber es geht ums überleben, den sozialen Abstieg, man kann es sich einfach nicht leisten.
Da von Bildung zu reden ist wirklich etwas merkwürdig. Da hast du völlig recht.

3.
Kita über 3
Kinder über 3 brauchen meiner Meinung nach die Gesellschaft von anderen Kindern - zwingend und im regelmäßigen Rahmen. Am besten natürlich in einer Großfamilie,a ber heutzutage ist es halt so, daß die meisten einfach keine Großfamilie mehr haben weil... ja siehe Punkt 1, witzig ne. Nicht den ganzen Tag, am besten einen halben oder so, es ist ja auch anstrengend, aber einen 4jährigen allein zuhause aufziehen ist echt sehr unrealistisch, der wäre dann total unausgelastet. Ich kenn das von mir - ich war bis zur Grundschule zuhause und ich hab es gehasst - mir war immer strunzlangweilig. ja toll ich konnte früh bücher lesen, bin super in Mathe und damit in Naturwissenschaften weil ich sehr sehr SEHR viel Zeit zum nachdenken und zum logischen Denken hatte. Ganz super, denn wa smir an sozialen Fähigkeiten gefehlt hat hat viele viele Jahre gebraucht um das irgendwie aufzuholen. Ich war schön in einem heile-Welt-Kokon und als die reale Welt dann auf mich einprasselte war ich nicht vorbereitet und wurde das klassische Mobbingopfer.
und je älter sie werden desto mehr kann man auch von "Bildung" reden - also ich finde es immer ganz toll was sie im Kindergarten zusammen (das ist es nämlich) lernen und erkunden, viele Dinge wären mir so gar nicht eingefallen.

4. So und nun zum "beitragsfrei"
das seh ich allerdings auch nicht so muß ich sagen. Erstmal muß die Gesellschaft wirklich nicht ALLES tragen - da stimm ich dir schon irgendwie zu - und kostenlos hat für mich irgendwie einen faden Beigeschmack den ich nciht so richtig greifen kann - die meisten Menschen würdigen nämlich Dinge die kostenlos sind einfach nicht mehr, und das sollte auch nicht sein.
Ich finde die Regelung wie es hier ist ganz gut- man bezahlt einen stundenabhängigen Beitrag, aber weit unter 200€. Das finde ich ok, man muß wirklich - da stimme ich dir voll zu - nicht alles geschenkt bekommen.
Zumal es sowieso so ist ... hmm ok hier bei uns... vielleicht dort wo die wohnt nicht, das wäre aber auch wirklich krass .... also hier muß man für 2 Kinder die Plätze bezahlen, und ab dem 3. Kind ist die Betreuung eh beitragsfrei. Also die Regelung hier find ich wirklich gut.

Aber wie gesagt, Kindergartenbeiträge von 500 oder gar 700 € sind einfach unmöglich - da MUSS etwas passieren. Bekannte aus der Nähe München bezahlen so einen 650€-Platz, und ich find das unmöglich - ein so reiches Land, aber die "kleinen" Arbeiter, die durch die hohen Mieten eh schon schlimm dran sind, werden da nicht unterstützt? Wie kann denn das sein? Und ja, sie bekommen nur deswegen kein 2. Kind, weil sie sich den Kita-Platz nicht leisten können. Ganz toll. So ist das nämlich: die intelligenten bekommen kein 2. Kind. Die strunzdummen Leute denken nicht so weit und werden sozialfall und die Gemeinschaft trägt das dann trotzdem. Hast du mal den Film Idiocracy gesehen? Wink Falls nicht, mach das mal bitte!!



Ja also ich fass nochmal zusammen
ich finde auch daß die Beiträge in einigen Gegenden einfach viel zu teuer ist. Und da müßte auch etwas passieren. Aber das ist Kommunensache, ich glaube die Bundesregierung ist einfach nicht die richtige Adresse.
also ich glaube so wie sie dort geschrieben ist würd ich die Petition auch nicht unterschreiben, ich weiß aber nicht so ganz genau






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Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben
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BeitragThema: Re: Beitragsfreie Kitaplätze   Mi Nov 21, 2018 3:17 pm

Also wenn man unter einer bestimmten Einkommensgrenze ist, bezahlt der Staat den Kindergarten. Bei Kitas kenne ich mich nicht so aus. Aber wer sein Kind in die Kita tut, hat ja meist einen Job, sonst hätte er ja Zeit für das Kind.
Mich hat es damals nur genervt, dass Leute mit Harz4 das immer voll bezahlt bekommen haben und wir, mein Mann und ich hatten damals nur ein Gehalt. Also deutlich weniger als jemand der Harz 4 bekommt und wir mussten es trotzdem zahlen. Aber gut. Selbst wir konnten es zahlen. Ich glaube in einem Jahr waren wir tatsächlich mal unter dem Betrag und der Staat hatte es übernommen. Dann wurde aber die Grenze tiefer gesetzt und wir mussten es auch zahlen.






Was gucke ich gerade:


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BeitragThema: Re: Beitragsfreie Kitaplätze   Mi Nov 21, 2018 9:39 pm

hättet ihr es auch zahlen können wenns 600€/Kind gewesen wäre?
Genau das mein ich - reiche und Hartz4er dürften dann Kinder kriegen, aber die arbeitende Bevölkerung nicht.






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BeitragThema: Re: Beitragsfreie Kitaplätze   Mi Nov 21, 2018 10:03 pm

Nein. Dann hätte ich ihn wohl nicht in den Kindergarten. Weiß nicht, was es damals gekostet hat. Denke war so 200 Euro im Monat. Bin mir aber nicht mehr sicher






Was gucke ich gerade:


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BeitragThema: Re: Beitragsfreie Kitaplätze   Fr Nov 23, 2018 6:48 pm

...und inzwischen habe ich die dritte Email zu dieser Petition bekommen Suspect
(Das ist für diese Seite sehr ungewöhnlich)

@Fraggels: Was meinst Du in dem Zusammenhang mit sozialkritisch?
(Mir geht es beim Thema soziale Gerechtigkeit bei diesem Beitrag vorallem darum, dass die Erzieher*innen endlich ein angemessenes Gehalt bekommen - und das könnte nicht gewährleistet werden, wenn es keine Kitabeiträge mehr gibt.)

Kinder "darf" grundsätzlich jeder bekommen. Wie gesagt, es ist alles eine Frage der Planung. Kinder bringen Kosten mit sich, für die man Rücklagen bilden muss (u.a. geht die Tendenz deswegen auch dahin, dass viele erst mit Ende 20/Anfang 30 eine eigene Familie gründen).

Was die Kitabeiträge betrifft, scheint die Regelung bei dir in der Region wirklich gut zu sein guat
Kostenlos geht es wirklich nicht, denn in den Beiträgen sind auch Posten enthalten, die man nicht auf den ersten Blick sieht: die Unterhaltskosten für das Kitagebäude (Wasser, Strom, Heizung etc.), die Kosten für das tägliche Mittagessen und eventuell noch andere Posten, die mir im Moment aber nicht einfallen.
~

Hier sind meine persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Kindergarten: Wegen der unterschiedlichsten, aber zu dem Zeitpunkt alle zusammentreffenden Gründe, bin ich erst mit 5 in den Kindergarten gekommen. Zu Hause war mir nie langweilig; meine Mutter hat immer viel mit meinem Bruder und mir unternommen, aber den Kindergarten habe ich gehasst. Zum einen das frühe Aufstehen, denn ich war schon als Kleinkind eine Nachteule. Das heißt, egal zu welcher Zeit ich ins Bett geschickt wurde, ich konnte nicht vor einer gewissen Uhrzeit einschlafen. Mein Bruder hat den Kindergarten ebenfalls gehasst, aber ich weiß nicht, welche Gründe er hatte.
Der nächste Punkt war die Raumstruktur, bzw. die Gruppenhaltung. Die anderen Kinder haben mich ziemlich genervt, aber wir durften nicht zwischen den Räumen/Gruppen wechseln. Ich war freundlich zu denen und alles, aber meine Freunde sind sie nie geworden und ich fand sie irgendwie langweilig. Ich hatte kein Problem damit, bei Gruppenaktionen mit ihnen zusammenzuarbeiten, aber wenn ich die Wahl hatte, war ich lieber für mich alleine. Als introvertiertes Kind war ich überglücklich mit meinen Büchern und Puzzeln. Aber als ich die nach 2 Monaten alle schon kannte, war mir wieder langweilig. Also nein, die Kindergartenzeit war für mich nervig, sinnloss und langweilig.







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